Formula Student Germany
B4B Nordbaden präsentiert
2.000 Studenten kämpften auf dem Hockenheimring um den Titel.
Nachwuchsingenieure bauten Rennwagen selbst Sponsor Brunel GmbH ist stolz auf seine Teams
78 Teams, acht Disziplinen, ein Ziel: Vom 5. bis zum 9. August stand der Hockenheimring erneut im Zeichen der Formula Student Germany (FSG). Studenten aus der ganzen Welt traten hier in selbst konstruierten und gebauten Rennwagen gegeneinander an, um den Titel „Formula Student Germany Champion" zu holen.
Mit dabei: Die Rennteams der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (wob-racing), der Universität Stuttgart (Rennteam Uni Stuttgart) sowie der Hochschule München (municHMotorsport e. V.).
Vor allem die Stuttgarter haben Grund zum Feiern: Nach dem unglücklichen 23. Rang im Vorjahr holte die Mannschaft 2009 den Gesamtsieg.
Die Stimmung der Nachwuchsingenieure von wob-racing (Platz 45) und municHMotorsport e. V. (Platz 38) war dagegen niedergeschlagen. Beide Teams schieden mit technischen Problemen auf der Rennstrecke aus und blieben so weit hinter ihren Erwartungen zurück. Doch vor der Siegerehrung mussten alle Studenten zunächst Aufgaben lösen, die ihnen neben technischem Fachwissen und handwerklichem Geschick auch Disziplin sowie Ausdauer abverlangten.
In den drei so genannten statischen Disziplinen musste die Konstruktion des Wagens, der Kostenplan sowie ein Businessplan für einen serienmäßigen Bau ihres Boliden präsentiert werden. „Eine sinnvolle Ergänzung zu den rein praktischen Disziplinen", lobt Gunilla Pendt, Leiterin Marketing & Kommunikation der Brunel GmbH. Der deutschlandweit tätige Ingenieurdienstleister engagiert sich seit Jahren in der FSG und unterstützt insbesondere die Teams aus Wolfsburg, Stuttgart und München.
„Die FSG ist eine hervorragende Praxisübung für die Nachwuchsingenieure", so Pendt, „denn dass es in der Wirtschaft nicht nur um die bloße Technik geht, sondern auch um Teamwork, Projektmanagement, Budgets und Marketingstrategien, wird im Ingenieurstudium häufig vernachlässigt."
Trotzdem hatten es vor allem die technischen Disziplinen in sich: Auf der Rennstrecke mussten die Wagen ihre Schnelligkeit, Ausdauer und Sparsamkeit ebenso unter Beweis stellen, wie das Fahrverhalten auf unterschiedlichen Streckenverläufen.
Die Wolfsburger: wob-racing
wob-racing ist ein alter Hase im Studenten-Renngeschäft und seit seiner Gründung 2003 schon bei diversen Rennen an den Start gegangen. Als der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) die Formula Student in Deutschland vor drei Jahren erstmals ausrichtete, war dies für die wob-racing-Gründungsmitglieder „die ideale Gelegenheit, sich neben dem Studium mit ihrem Hobby, dem Fahrzeugbau, auf hohem Niveau zu beschäftigen und ihr Wissen und ihre Fertigkeiten zu vertiefen", erinnert sich Peter Hühne, kaufmännischer Projektleiter der Wolfsburger. Diese Motive gelten auch für die nachrückenden Generationen des Rennteams. Hinzugekommen ist der berufliche Aspekt: Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement, Problemlösung, Teamwork und Eigeninitiative zu sammeln. Rund ein Jahr lang planten und tüftelten die Wolfsburger Studenten, die aus insgesamt zwölf verschiedenen Studienrichtungen kommen, an ihrem WR05. „Das ist der fünfte Wagen unseres Teams und wird als Erster von einem Honda PC 40 Motor angetrieben, das heißt, er leistet rund 85 PS", erklärt Peter Hühne. Die Umstellung auf den neuen Motor gehörte zu den größten Herausforderungen, die das Team zu bewältigen hatte. Weitere Besonderheiten, die den WR05 von seinen Vorgängern und der Konkurrenz unterscheiden, sind die enorm leichten Materialien und die Sensorik: „Sämtliche Messwerte lassen sich per WLAN auf einen PC übertragen", so Hühne. Trotz der guten Vorbereitung war das Abschneiden seiner Mannschaft für alle Beteiligten enttäuschend: „Wir haben uns zwar im Vergleich zum Vorjahr in den statischen Disziplinen verbessert und sind daher auch optimistisch ins Wochenende gestartet. Der Ausfall im Rennen war jedoch niederschmetternd. Aber wir schauen nach vorne und werden die Erfahrungen in die Weiterentwicklung unseres Wagens einfließen lassen."
Die Stuttgarter: Rennteam Uni Stuttgart
Auch die Stuttgarter Studenten der Fahrzeug- und Motorentechnik, des Maschinenbaus, der Physik, Werkstoffwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre bastelten rund ein Jahr lang an ihrem F0711-4. „Das F steht für `Formel`, 0711 ist die Vorwahl Stuttgarts und die Vier ist die laufende Nummer unseres Boliden", erklärt Presseleiter Moritz Baber. Zwar ist der Wagen eine Weiterentwicklung der bisherigen Fahrzeuge, der erstmalige Einsatz eines Kohlefaser-Monocoques stellte die Studenten jedoch vor eine immense Herausforderung: „Es bestand keinerlei Erfahrung im Team mit dieser in der Formel-1 gängigen geschlossenen, tragenden Struktur eines Rennwagens - weder hinsichtlich der Fertigung der Carbon-Strukturen noch der Konstruktion. Die Schwierigkeit bestand unter anderem darin, dass sich an Kohlefaser im Gegensatz zum Stahlrahmen nichts im Nachhinein anschweißen lässt." Das neue Monocoque zählt neben Verbesserungen in den Bereichen Zuverlässigkeit, Ergonomie, Fahrverhalten und Spritverbrauch zu den wesentlichen Merkmalen, die den F0711-4 von seinen Vorgängermodellen unterscheiden. Wie viel Zeit die Studenten pro Woche für das Projekt aufgewendet haben, hing laut Baber maßgeblich von ihrem Aufgabengebiet ab: „Zwar waren die Übergänge fließend, grundsätzlich aber haben wir die Arbeitspakete untereinander aufgeteilt. Da der Aufwand je nach Bereich und Projektphase zwischen fünf und 50 Stunden pro Woche lag, haben wir einander natürlich unterstützt." Hinter dem immensen Pensum steckten unterschiedliche Motive. Allen voran nennt Baber die wichtige fachliche Erfahrung sowie die damit einhergehenden beruflichen Chancen: „Das Projekt motiviert unheimlich und durch den enormen Zeitaufwand, den wir investieren, haben wir rasant an Fachwissen hinzugewonnen. Das ist in dieser Form in einem rein theoretischen Studium und selbst während eines Praktikums kaum zu erreichen." Zudem betont er die Notwendigkeit, im Team zu arbeiten und sich optimal aufeinander abzustimmen, um ein stimmiges Gesamtpaket zu erreichen. Die gute Teamleistung war es auch, die den Stuttgartern den Gesamtsieg bei der FSG ermöglichte. Moritz Baber ist hochzufrieden: „Platz eins - das ist großartig! Letztes Jahr konnten wir den Titel von 2007 nicht verteidigen, da kurz vor dem Ziel das Schloss der Antriebskette versagte - und wird sind auf Platz 23 zurückgefallen. Nun freuen wir uns natürlich riesig."
Die Münchener: municHMotorsport e. V.
Rund 14 Monate investierten die Münchner Studenten der Fahrzeug- und Elektrotechnik, des Maschinenbaus, Wirtschaftsingenieurwesens und der Betriebswirtschaftslehre in ihren PW 4.09. Was den PW 4.09 sowohl von seinen Vorgängermodellen als auch von den Mitbewerbern unterscheidet, sind seine tief gezogenen Räder und die mit einem speziellen Gummi bearbeitete Carbon Crash Nase. Beide Entwicklungen reduzieren das Gewicht des Boliden. Das Gummi im Carbon verbessert das Splitterverhalten beim Crash Test. Die größten Herausforderungen der Saison 2009 waren die Integration eines neuen Motorsteuergeräts sowie das Anpassen des Gitterohrahmens, der im Vergleich zum Vorjahresmodel eine leichtere Erreichbarkeit der Aggregate und eine bessere Kühlung ermöglicht. „Unser Projekt- und Zeitmanagement war allerdings sehr gut, sodass wir ausreichend Zeit zum Testen und für die optimale Umsetzung neuer Ideen hatten", so Markus Ortenburger, Marketing Direktor des Teams. Er selbst widmete als Teamleiter dem PW 4.09 an sechs Tagen die Woche rund elf Stunden täglich. Im Durchschnitt verbrachten die Mitglieder etwa 20 Stunden die Woche mit der Konstruktion ihres Wagens. Für Ortenburger wie für sein Team ist die FSG eine einmalige Chance: „Wer später einmal im Automotive-Bereich arbeiten will und hier nicht mitmacht, ist selbst schuld." Mit dem Abschneiden ist er nicht glücklich: „Wir haben stark begonnen und an den ersten Wettkampftagen auch einige Punkte gesammelt. Dann sind wir an einer technischen Kleinigkeit gescheitert, was uns natürlich ärgert. Aber es hilft nichts: Wir blicken nun nach vorne und werden aus unseren Fehlern lernen."
Der Wettbewerb
Die Studenten technischer Fachrichtungen demonstrieren außergewöhnliches Engagement und Fachwissen bei der Entwicklung des Prototyps eines einsitzigen Formelrennwagens. Im Auftrag eines fiktiven Unternehmens entwickeln sie einen Rennwagen, der für eine möglichst günstige Serienproduktion ausgelegt ist. Nicht nur der Bau des Wagens ist entscheidend für die Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie. Das Gesamtpaket bestehend aus Konstruktion, Design, Fahreigenschaften, Rennperformance sowie Kostenplanerstellung und Verkaufspräsentation spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Im Rahmen dieser Projektarbeit sammeln die Nachwuchsingenieure praktische Erfahrungen und müssen in Teamarbeit komplexe Aufgaben unter betriebswirtschaftlichen Maßgaben auf internationaler Ebene lösen.
Das Unternehmen
Die Brunel GmbH ist internationaler Projektpartner für anspruchsvolle Technologie-Unternehmen an 33 Standorten in Deutschland. Mit rund 2.000 erfahrenen Ingenieuren, Informatikern, Technikern, Kaufleuten und Managern werden komplexe Aufgaben entlang der gesamten Prozesskette gelöst, z. B. Entwicklung, Konstruktion, Verifikation, Testing, Prototyping bis hin zum Management Support. Die Muttergesellschaft Brunel International N. V. ist mit mehr als 8.000 Mitarbeitern an 90 Standorten in 32 Ländern weltweit aktiv. Die Brunel GmbH trägt das Gütesiegel „Top-Arbeitgeber für Ingenieure 2009". Die Auszeichnung beruht auf einer repräsentativen Studie der CRF Deutschland. Untersucht wurden die Kriterien Internationalität, Vergütung, Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten, Unternehmenskultur, Jobsicherheit und Innovationsmanagement. Im Rahmen der Studie wurden u.a. umfangreiche Interviews mit Projektingenieuren und Personalverantwortlichen geführt.
Infos unter: www.brunel.de - Weiter zur Bildergalerie...
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2.000 Studenten kämpften auf dem Hockenheimring um den Titel.

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